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Kann man Islamisierungskritiker sein, ohne Populist zu sein? Das jedenfalls will uns einmal mehr die Wählergruppe WIR glauben machen. Am 06.06.2009 ab 11:00 Uhr im Fritz-Husemann Haus, Recklinghausen Hochlarmark wollen sie uns vor den Gefahren der Islamisierung warnen und sich dabei von den Populisten von ProNRW abgrenzen.
Oder sind da doch nur braunschwarzgestreifte Bienen in den Wettbewerb mit den braunschwarzgestreiften Wespen um den fetten dunklen Honig getreten? Wissenschaftliche Islamkritik wollen die Akteure von Pax Europa üben. Das tun sie, indem sie mit ebenso falschen wie üblen Zuschreibungen hantieren. Zwangsehen z. B. sind absolut weder eine muslimische Erfindung noch Alltag in muslimischen Gesellschaften. Familie hat ohne Zweifel in traditionell orientierten communities einen höheren Stellenwert, als dies vielleicht bei dem freiheitlich westlichen Einzelgänger der Fall ist. Da unterscheiden sich praktizierende Christen kaum wirklich von praktizierenden Muslimen außer in der konkreten Ausformung der Rituale. Selbst wenn unter den Fittichen der Nato in Afghanistan ein Eherecht entwickelt wird, dass für jeden leidlich modernen Menschen nur zum Schreien ist, ergibt sich daraus keineswegs, dass diese dort auch nur scheinbar vorherrschenden Auffassungen muslimisches Allgemeingut wären. In Deutschland jedenfalls ist jeder Muslim und jede Muslimin durch ein modernes Scheidungsrecht vor einer Zwangsehe geschützt; selbst wenn ein Deutscher sie oder ihn darin fesseln wollte. Frauenhäuser gibt es in Deutschland definitiv länger, als es den Nachzug von Familienangehörigen muslimischer "Gastarbeiter" gibt. Das hat u.a. seine Ursache darin, dass archaische Rollenverständnisse nicht erst mit der Zuwanderung von Arbeitsimmigranten nach Deutschland gelangt sind. Woher soll sie denn kommen, die schleichende Islamisierung? Bei ca. 82 Mio Einwohnern insgesamt leben in Deutschland ca. 25,6 Mio. Katholiken, ca 25,1 Mio. Protestanten, ca. 110.000 Juden, etwa 28 Mio. Konfessionslose oder sonstige und ca. 3,2 bis 3,5 Mio. Muslime ( etwa 4 % der Bevölkerung). Müssen wir tatsächlich damit rechnen, dass die Katholiken zum Islam konvertieren, weil es sich damit klarer dogmatisch majorisieren läßt? Oder werden die Atheisten plötzlich Allah als wahren Gott für sich entdecken? Worum geht es bei dieser ganzen Ausgrenzungsdebatte? Welchen Vorteil bringt es für Grundrechte, wenn man deren eigentlich universelle Geltung für eine Minderheit einschränkt? Ist es wirklich eine Bedrohung, wenn Muslime statt in alten Werkhallen in selbstgebauten Moscheen beten und auf diese Weise sichtbar in der Mitte der Gesellschaft ankommen? WIR jedenfalls glaubt, dass mithilfe des Baurechtes versucht werden sollte, die Religionsfreiheit einzuschränken. Wes Geistes Kind Pax Europa e.V. ist, kann man ohne weiteres auf deren Internet-Auftritten zum Thema Moscheebau - Nein Danke nachlesen: offensichtlich haben die ein erhebliches Problem mit wesentlichen Grundlagen unserer Verfassung. |