| Die Stasi lebt | | Drucken | |
| Monday, 21. September 2009 | |
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— Von: Andreas Scholz, Interkulturelle Wähleriniiative (IWI) — Betr.: „Die Stasi lebt“ — RZ vom 17. September Um das gleich vorweg zu schicken, ich finde staatliche Überwachung der eigenen Bürger in jeder Weise grauenvoll. Da macht es für mich auch keinen Unterschied, ob der gerade überwachende Staat sich selbst für besonders oder nur ein wenig demokratisch hält. Die Feindkampagnen finde ich dann immer wieder beinahe drollig. Die CDU in Recklinghausen gibt also im Bundestagswahlkampf den Aufklärer über DDR-Unrecht – nun gut, auch das muss sicher geleistet werden. Aber warum als Wahlkampfthema? Ist es noch glaubwürdig, wenn in der gleichen Ausgabe der RZ auf der Politikseite zu lesen ist, dass die NRW-CDU keine Bedenken hat, ihre Wettbewerberin Hannelore Kraft im Wahlkampf lückenlos videoüberwachen zu lassen? Es ist aber auch inhaltlich nicht glaubwürdig. Der Zeitzeuge, der die DDR bereits mit 26 Jahren verlassen hat, weiß besser, wie es dort aussah, als die Menschen, die bis zur Vereinigung dort gelebt haben. Die Behauptung dieses Zeitzeugen, es hätte in der DDR einen Automatismus gegeben, der den Tod bei systemwidrigem Verhalten bedeutet hätte, ist genauso falsch, wie die gleichlautende Entschuldigung für das Unrecht des NS-Regimes. Mit genau dieser Denkweise erhalten wir uns die Rechtfertigung für unser eigenes Blockwartsdenken. Wer das gut findet, sollte sich sehr für Videokameras einsetzen. Um noch ein Weiteres zu nennen: Wir sind aktuell auf dem Stand, dass es uns sogar gelungen ist, die Deutschtürken davon zu überzeugen, es sei richtig, dass sie in ihren Vereinen vom Verfassungsschutz überwacht werden. |
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