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Herzlich Willkommen
Es war wie Hexenjagd  E-Mail
Friday, 11. September 2009

Am 10.09.2009 stellte Dr. Gisela Schwarze in der VHS Recklinghausen ihr jüngstes Buch "Es war wie Hexenjagd" vor.

Überaus eindrucksvoll beschreibt Dr. Schwarze das Schicksal dreier Frauen, die als junge Mädchen und Frauen in Deutschland verfolgt wurden, weil sie sich in dem abnormalen System normal verhielten.
Ein freundliches Wort, ein Butterbrot oder ein Schal konnten im tausendjährigen Reich zum Verhängnis werden. Nämlich dann, wenn sie als Geste der Anteilnahme an ausländische Kriegsgefangene oder Zwangsarbeiter gegeben wurden.

Dr. Schwarze hat Gerichtsakten der Sondergerichte studiert. Aufgrund der geringen Kriegsschäden  wurde sie dabei besonders in  Kiel fündig.

Die Muster fallen schnell auf. Neid, Mißgunst oder sonstige Motive führen zur Denunziation.
Einmal in die Mühlen des NS-Staates geraten, läßt dieser seine Opfer nicht mehr los.
Die Gestapo erfoltert Geständnisse. Die willfährige Justiz verurteilt junge Mädchen und Frauen wegen Rassenschande, Wehrkraftzersetzung und ähnlichem zu Zuchthaus oder KZ-Haft. Die Zahlen steigen explosionsartig, als Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter eingesetzt werden und diese somit in Kontakt zur deutschen Zivilbevölkerung kamen.

Besonders bedrückend an den beschriebenen Einzelschicksalen ist, dass diesen Frauen nach dem Krieg die Anerkennung als Opfer des NS-Regimes versagt wurde.
In Rehabiltitationsverfahren wurde argumentiert, dass sie ja nicht politisch verfolgt waren oder dass sie Geständnisse unterschrieben hätten. In Rentenverfahren wurden Gestapo-Beamte als Zeugen dafür herangezogen, dass diese Geständnisse ohne Zwang erfolgt seien.

Die Beschreibung, wie Maria nach KZ-Haft in ihrer Heimatgemeinde empfangen wurde, macht ausserordentlich betroffen.

Angehörige, frühere Freunde und Nachbarn bedrängten sie, über die Vergangenheit zu schweigen.

Jürgen Pohl fand zum Abschluß des eindrucksvollen Vortrages  die richtigen Worte als er meinte, dass wir uns fragen müssen, welche Gesellschaft das war, die diese Opfer noch lange nach dem Krieg so behandelt hat, wie sie es getan hat.

 

 
Wahlanalyse Kreis Recklinghausen  E-Mail
Friday, 4. September 2009

Wahlergebnis Kreis Recklinghausen
Bei der Kommunalwahl 2009 wurden im Kreis Recklinghausen 522 Mandate in Kreistag und Räten besetzt.
Unter den gewählten Vertretern sind 142 Frauen, das entspricht 27,2 % der Sitze.

Zwei sind Migranten mit türkischem Zuwanderungshintergrund; das entspricht 0,38 % der Sitze.
Ein Migrant wurde in Dorsten als Direktkandidat der SPD gewählt. Der zweite erreichte sein Mandat in Gladbeck über die Liste einer Migrantenselbstorganisation.

Die CDU konnte 175 Mandate erreichen; das sind kreisweit 33,52 %. Der Frauenanteil bei der CDU beträgt 20 % = 20 Sitze.

Die SPD erreichte 37 %, das sind 193 Mandate, darunter 55 Frauen. Dies entspricht einem Anteil von 28,5 %
Der "Türkenanteil" beträgt 0,5 %.

Die FDP erreichte kreisweit 6,3 % der Mandate; insgesamt also 33. Darunter sind 7 Frauen. Dies entspricht einem Anteil von 21,2 %.

Die Grünen erreichten 41 Sitze. Das entspricht kreisweit 7,8 %. Der Frauenanteil beträgt 41,5 %. 17 Frauen wurden über die Listen der Grünen gewählt. Nicht enthalten sind die örtlichen Wählervereinigungen aus Marl und Waltrop, als unabhängige Grüne angetreten sind. Diese erreichten weitere vier Sitze.

Die UBP erreichte kreisweit neun Mandate; 1,72 %. Der Frauenanteil beträgt 11,11 %. Das entspricht einem Mandat. Vier dieser Mandate werden von zwei Personen belegt.

Die Linke erreichte 30 Mandate, darunter 13 Frauen. Der Frauenanteil beträgt 43,33 %. Der Anteil der erreichten Mandate beträgt kreisweit 5,75 %.

Die Islamphobiker von WIR erreichten 12 Sitze; das entspricht 2,3 % aller Mandate. Exakt die Hälfte der Sitze wird von Frauen besetzt. Vier der zwölf Sitze werden von je zwei Frauen gehalten, die jeweils ein Doppelmandat für Rat und Kreistag erreichten.

Wählergemeinschaften, die teilweise auch Abspaltungen etablierter Parteien sind, erreichten kreisweit 23 Mandate, darunter sind sechs Frauen.

Die Angaben entsprechen dem Stand 3.9.2009.

 
Welches ist der richtige Weg?  E-Mail
Tuesday, 1. September 2009

Das Ergebnis der der Kommunalwahlen 2009 ist unter dem Gesichtspunkt der Integration erneut ernüchternd.
Das gilt übrigens auch für den Aspekt der Emanzipation, aber mich interessieren der Umgang mit und die Ankunft in der Mehrheitsgesellschaft stärker.

Es gibt einige erfreuliche Meldungen.
Z..B. haben türkischstämmige Zuwanderer in Dorsten, in Oberhausen und in Moers als Direktkandidaten der SPD Mandate erreicht.

In Duisburg waren jeweils zwei Migranten über die Liste der SPD und der Grünen erfolgreich. Eine Migrantin errang ein Direktmandat für die CDU.

In Datteln scheitert jeweils ein Bewerber als Direktkandidat für CDU und für SPD.

In Dinslaken (AWG), in Gladbeck (GBL), in Gelsenkirchen (BIG), in Kamen (VK) und in Bonn (BFF)  waren Migrantenlisten erfolgreich.

Migrantenlisten in Witten und Recklinghausen mußten üble Enttäuschungen hinnehmen.

Insgesamt läßt sich ein sehr buntes Bild über den Stand der Teilhabe am politischen Leben auf der kommunalen Ebene zeichnen.
Nach meiner Wahrnehmung bleibt es richtig, an Orten, an denen die Volksparteien nicht bereit oder in der Lage sind, die Teilhabe zu organisieren, mit Selbstorganisationen der Migranten anzutreten.
Hierbei sollte aber auf eine größtmögliche Breite der Einbeziehung der gesamten Zuwanderercommunitie geachtet werden.

 

 

 
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